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16.05.2018

Stromnetz in Balance: Mobility2Grid nimmt bidirektionale Ladestation für Elektrobusse in Betrieb

Bidirektionale Ladestation für Elektrobus
Testphase für die erste bidirektionale Schnellladestation des Forschungscampus Mobility2Grid auf dem EUREF-Gelände in Berlin-Schönefeld (Quelle: Forschungscampus Mobility2Grid)

Deutschlands Städte gehen bei der Umstellung ihrer Nahverkehrsbusse auf emissionsfreie Antriebe in die Offensive. Beim Umstieg auf Elektromobilität müssen jedoch auch neue Ladeinfrastrukturen geschaffen werden. Mit der Inbetriebnahme einer bidirektionalen Schnellladestation (150 kW) am 12. April 2018 startete der Forschungscampus Mobility2Grid auf dem EUREF-Gelände in Berlin-Schönefeld ein Pilotprojekt, das bald Praxis werden könnte.

Mit der neuen E-Bus-Ladestation gehen die Projektpartner von Mobility2Grid einen großen Schritt in Sachen Energie- und Verkehrswende voraus: Unter der Federführung der TU Berlin haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Siemens und Schneider Electric ein innovatives Hochleistungsladesystem für Elektrobusse entwickelt, das ohne lange Wartezeiten im laufenden Betrieb laden und zudem Schwankungen im Stromnetz ausgleichen kann.  Wie das funktioniert? Die Ladestation ist in das Energienetz des Micro Smart Grid auf dem EUREF-Gelände eingebunden und funktioniert bidirektional. Das bedeutet, dass die Bus-Batterie nicht nur aufgeladen wird, sondern auch Energie in das Stromnetz zurückspeisen kann.

Stromproduktion konstant halten
Durch die Einbindung in ein intelligent gesteuertes Stromnetz können die Batterien von E-Bussen zur Stabilisierung von Energieschwankungen beitragen, etwa wenn die Fahrzeuge bei Strom-Überproduktion geladen werden. Das ist vor allem in Bezug auf die Nutzung von erneuerbaren Energien relevant, da die Stromerzeugung aus Sonne, Wind und Co. naturgemäß nicht auf durchgehend gleichem Niveau generiert werden kann. Inwieweit die Erforschung der neuen Technologie an Ladestation sowie Bus zu einer sicheren und stabilen Energieversorgung beitragen kann, betont  Prof. Dr.-Ing. Dietmar Göhlich, Sprecher des Forschungscampus in Berlin-Schönefeld: „Mobility2Grid verbindet die Zukunft der urbanen Mobilität mit der Nutzung regenerativer Energien. Die innovative E-Bus-Ladestation ist hierbei ein wichtiger Meilenstein zur intelligenten Integration von elektrifizierten Busflotten in die Stromnetze der Zukunft.“

Die BVG stellt für das Forschungsprojekt einen neu angeschafften E-Bus vom Typ Solaris New Urbino 12 Electric zur Verfügung. An Tagen, an denen das Fahrzeug nicht auf dem EUREF-Gelände an Testreihen teilnimmt, wird es im Linienbetrieb die Linie 204 durch Berlin verstärken. Bereits seit 2015 fährt die BVG dort mit vier Elektrobussen. Ein Vergabeverfahren für weitere 30 elektrische Eindeckeromnibusse hat Deutschlands größtes Nahverkehrsunternehmen bereits eingeleitet.

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