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10.06.2021 | Forschungscampus

7. Workshop: Die ‚Governance‘-Strukturen der Forschungscampi im Fokus

Mehrwert der Governance-Strukturen. Quelle: PtJ
Mehrwert der Governance-Strukturen. Quelle: PtJ

Am 10. Juni 2021 fand der siebte, diesmal digitale, Workshop der Forschungscampi statt.  Inhaltlich stand der diesjährige Workshop ganz unter dem Motto „Governance-Strukturen“. In verschiedenen online Arbeitsgruppen betrachteten die Teilnehmenden die Aspekte des Organisationsmodells, des Finanzierungsmodells sowie der getroffenen IPR-Regelungen.

Am 10. Juni 2021 fand der siebte, diesmal digitale, Workshop der Forschungscampi statt. Um Austausch und Zusammenarbeit auch während der COVID-19 Pandemie aufrecht zu erhalten, überlegte der Projektträger Jülich sich kreative Formate, wie solch ein Workshop auch virtuell zum Vernetzen anregen kann. Ein anfängliches ‚Speed-Dating‘ diente beispielsweise als ‚Ice-Breaker‘ und sorgte direkt zu Beginn für einen persönlicheren Austausch in kleinen Gruppen innerhalb von Breakout-Räumen.

Inhaltlich stand der diesjährige Workshop ganz unter dem Motto „Governance-Strukturen“. Aus einer vom Projektträger Jülich im Vorfeld durchgeführten Online-Umfrage ging hervor, dass die Governance-Struktur ein viel diskutiertes Themenfeld für die Forschungscampi darstellt. Während einige Akteure den Mehrwert der Governance-Struktur hinsichtlich FuE-Aktivitäten hervorheben, erkennen mehr als ein Drittel der Beteiligten weiterhin ungenutztes Potenzial auf verschiedenen Ebenen. Ziel und Motivation des Erfahrungsaustauschs war daher zunächst in einer IST-Analyse der bestehenden Strukturen Chancen und Herausforderungen zu identifizieren. Im nächsten Schritt wurde basierend auf einer anschließenden Potenzialanalyse mögliche Maßnahmen zur Umsetzung konkretisiert. In verschiedenen Arbeitsgruppen betrachteten die Teilnehmenden die Aspekte des Organisationsmodells, des Finanzierungsmodells sowie der getroffenen IPR-Regelungen.

Das dem Organisationsmodell zugrundliegende Verhältnis der Partner untereinander beschrieben die Akteure im Vorfeld als produktiv, mehrwertorientiert sowie geprägt von Offenheit, hoher Transparenz, Wertschätzung und Vertrauen. Während der Arbeitsgruppen definierten die Teilnehmenden im Wesentlichen drei Themenbereiche, für die sie perspektivisch weitere cross-Forschungcampus-Aktivitäten ableiteten. Zu den Themenbereichen zählten „strategisches Marketing“, als im Campusmanagement verankerte Struktur, die damit verbundene „digitale Kommunikation“ sowie die „Programmentwicklung zur Nachwuchssicherung“. Als mögliche Potentiale zur Weiterentwicklung identifizierten die Teilnehmende für das Themenfeld „digitale Kommunikation“ die Entwicklung einer gemeinsamen Kollaborationsplattform. Hinsichtlich der Nachwuchssicherung und Frauenförderung diskutierten die Forschungscampus-Vertretenden die Entwicklung eines forschungscampusübergreifenden Doktorandenprogramms.

Die Diskussion rund um das Finanzierungsmodell war geprägt von dem Aspekt, dass jeder Forschungscampus sein eigenes, individuell passfähiges Finanzierungsmodell kreiert hat. Die Teil-nehmenden differenzierten als Grundlage für die gemeinsame Diskussion vier tendenzielle Modelle: GmbH (nicht identisch zum Forschungscampus, sondern als Einheit zur Durchführung des operativen Geschäfts und als „Dienstleister“ für die Partner), wirtschaftlicher Verein, gemeinnütziger Verein und die Konsortialform. Da die Chancen und Herausforderungen für die vier identifizierten Finanzierungsmodelle sehr unterschiedlich und nicht direkt auf andere Finanzierungsmodelle übertragbar sind, war auch der Austausch charakterisiert von verschiedensten Erfahrungswerten und Ansichten. Insgesamt sieht jeder Forschungscampus allerdings sein von den Partnern erarbeitetes Finanzierungsmodell als das für sich geeignete Modell.

In der IPR-Arbeitsgruppe standen die verschiedenen vertraglichen Grundlagen, die den Zugang zu Strukturen und Know-how regeln, im Vordergrund. Bestehende Regeln sowie „Blaupausen“ als juristische Grundlagen für FuE-Kooperationen ermöglichen den Partnern neue Projekte schneller an den Start zu bringen. Bei der Ausarbeitung gemeinsamer IP-Regelungen stellen die unterschiedlichen, teils dynamischen Anforderungen und der daraus resultierende Abstimmungsbedarf der Partner eine Herausforderung dar. Neben der Gestaltung der IP-Regelungen legten die Akteure Wert auf die Entwicklung eines Bewusstseins für Verwertungsoptionen und deren praktischer Umsetzung bei den im Forschungscampus tätigen Mitarbeitenden. In der Diskussion wurde deutlich, dass die Forschungscampi unterschiedliche Anforderungen an ihre Verwertungsstrategien pflegen: Neben der Patentierung stellt Know-how einen wichtigen und zentralen Mehrwert für die Forschungscampi dar, der durch den Austausch und das Teilen von Wissen und Ergebnissen entsteht. Die meisten Forschungscampi nutzen zwischen den Partnern abgestimmte Musterkooperationsverträge, die den Start neuer Projekte beschleunigen. Trotz aller getroffenen Regelungen sei die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche und unkomplizierte Zusammenarbeit nach wie vor das gegenseitige Vertrauen. Die Forschungscampi waren sich einig: Es sind die Freiheitsgrade der Förderinitiative, durch welche die verschiedenen Modelle ihren passfähigen Weg finden konnten. Eine vorgegebene Rechtsform hätte die Vielfalt und Diversität der aktuellen Partnerstrukturen- und Modelle nicht ermöglicht und den Aufbau der Forschungscampi behindert.

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