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05.10.2018 | Forschungscampus, Innovationspol Forschungscampus, Tagung 2018

Fachtagung „Innovationspol Forschungscampus“: Eine neue Kultur der Zusammenarbeit als Leitbild für innovative Forschung

(v.l.) Prof. Dr. Ellen Enkel (ZU Friedrichshafen), Prof. Dr. Reinhart Poprawe (Fraunhofer ILT), BMBF-Referatsleiterin Kathrin Meyer, BMBF-Abteilungsleiter Matthias Graf von Kielmansegg, BMBF-Referentin Dr. Nora Vogt auf der Fachtagung 2018 (Quelle: PtJ)
(v.l.) Prof. Dr. Ellen Enkel (ZU Friedrichshafen), Prof. Dr. Reinhart Poprawe (Fraunhofer ILT), BMBF-Referatsleiterin Kathrin Meyer, BMBF-Abteilungsleiter Matthias Graf von Kielmansegg, BMBF-Referentin Dr. Nora Vogt auf der Fachtagung 2018 (Quelle: PtJ)

Vom zukunftsweisenden Kooperationsmodell „Forschungscampus“ gibt es seit 2013 deutschlandweit inzwischen neun an der Zahl , die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Nach fünf Jahren zieht die Förderinitiative eine Zwischenbilanz und diskutiert Herausforderungen und Visionen. Hierzu trafen sich rund 150 Gäste am 20. September 2018 in Berlin-Mitte zur Fachtagung „Innovationspol Forschungscampus“.

Ein Forschungscampus ist der Dreh- und Angelpunkt für gemeinsame, langfristige und umsetzungsorientierte Forschungsaktivitäten zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Wie wichtig diese neuartige Kooperationsform unter einem Dach und in einem gesicherten rechtlichen Rahmen ist, betonte der Parlamentarische Staatssekretär der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Michael Meister, in seiner Eröffnungsrede: „Wir wollen in Deutschland den Aufbruch in eine offene Innovations- und Wagniskultur fördern, in der Unternehmen und Akteure aus Wissenschaft und Forschung gemeinsam mutigere und wettbewerbsstarke Lösungen entwickeln und Deutschland auf den Innovationsfeldern der Zukunft an der Weltspitze halten.“ Auch die Beteiligten aus den Forschungscampi bestätigten in ihren Vorträgen: Diese Struktur bringt eine neue Qualität in die Zusammenarbeit. Wissen wird an einem Standort gebündelt, fach- und organisations-übergreifend geteilt. Das zieht neue Unternehmen in die Region, involviert neue Akteure und beschleunigt mitunter die Innovationsprozesse.

Öffnung nach außen, Sicherung nach innen
Ziel eines Forschungscampus ist es, den aktuellsten Stand der Forschung mit der Markt- und Anwendungsperspektive zu kombinieren, so dass Innovationen früher und effektiver in die Umsetzung gelangen. In zwei Keynotes zu Open Innovation und den Erfolgsfaktoren der Forschungskooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ging es um genau diese Aspekte: Mehr Mut im Innovationshandeln. Voraussetzung sei vor allem gegenseitiges Vertrauen der beteiligten Akteure. Dazu gehört auch, dass Schutzrechte geistigen Eigentums geregelt werden. In drei  Sessions beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anhand von konkreten Best-Practice-Beispielen mit Einzelaspekten von strategischen Partnerschaften, der regionalen Wirkung der Forschungscampi und der Bedeutung von Wissenschaftskommunikation für den Dialog mit der breiten Öffentlichkeit. Auf dem Podium wurde das Modell Forschungscampus schließlich als „Blaupause für eine offene Innovationskultur“ in einer Expertenrunde diskutiert. Neben den vielen Vorteilen zeigten sich auch durchaus Herausforderungen des Kulturwandels durch zum Teil noch konservative Forschungsstrukturen. So fand auch Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Ernst Th. Rietschel, einer der Vorsitzenden der Jury, in seiner Abschlussrede ermutigende und gleichsam mahnende Worte: Die Idee „Forschungscampus“ habe Früchte getragen, jetzt gelte es, den Charakter weiter auszuformen.

Durch das Programm führte der Journalist und Wissenschaftsmoderator Andreas Lange. Unterstützt wurde er von Insina Lüschen, die das Finale des in diesem Jahr erstmalig durchgeführten Science Slams moderierte. Der Vorentscheid hierzu fand am Vortag im Rahmenprogramm des vierten Strategie-Workshops der Förderinitiative in Berlin-Dahlem statt.

Nachwuchsforschung begeistert im Science Slam
Einblicke in die tägliche Arbeit der Forschungscampi wurden neben Vorträgen und Diskussionen in einem Science Slam vermittelt – einem Format, das neue Wege der Wissenschaftskommunikation beschreitet. Kai Hoppmann (Forschungscampus MODAL), Johanna Kleinen (Forschungscampus ARENA2036) und Dr.-Ing. Matthias Magdowski (Forschungscampus STIMULATE) präsentierten als Nachwuchskräfte ihre Forschungsthemen auf originelle Weise und zogen dabei Vergleiche mit herkömmlichen Mikrowellen, Live-Rollenspielen und Abstiegsregeln in der Fußball-Liga. Der finale Vortrag von Kai Hoppmann, der seine Arbeit mit mathematischen Formeln anhand der 40-Punkte-Regel beim Fußball erklärte, überzeugte das Fachpublikum auf ganzer Linie und wurde mit dem ersten Preis gewürdigt.

Für die Vertreterinnen und Vertreter der Forschungscampi sowie die teilnehmenden Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft war es ein abwechslungsreicher Tag mit Einblicken in die Forschungsaktivitäten der neun Forschungscampi. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der interaktive Erfahrungsaustausch. Konkrete Konzepte und Ergebnisse zeigten, dass die BMBF-Förderinitiative Deutschlands Innovationslandschaft stärkt und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft anregt.

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